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Charity Network
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Segeberger Zeitung
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Ideen junger Leute für die Welt von morgen
Chip im Gehirn verhindert Alzheim: "Jugend denkt Zukunft" bei Ethicon in Norderstedt
Norderstedt (ulv) Ein Chip gegen Gedächtnisverlust und Alzheimer, ein Erholungshelm für schnelle Regernation, eine Armbanduhr, mit der man telefonieren, fotografieren und im Internet surfen kann. Solche Wünsche haben junge Menschen für die Zukunft. Im Rahmen des bundesweiten Projektes "Jugend denkt Zukunft" machten sich Schüler und junge Arbeitslose bei der Norderstedter Firma Ethicon eine Woche lang Gedanken über mögliche Entwicklungen in der Welt von morgen.
Dreizehn Schüler aus dem Leistungskurs Wirtschaft/Politik des Norderstedter Lessing-Gymnasiums sowie sechs junge Arbeitssuchende aus dem Schulprojekt "Charity Network - Schüler schaffen Arbeit" waren zu Ethicon gekommen. Ziel des bundesweiten Projektes ist es, zu einer Kultur der Innovation in Deutschland beizutragen und das Land als Ideenstandort zu stärken.
Ethicon hatte sich mit 6000 Euro beteiligt und die Patenschaft für eine Schulklasse übernommen. "Es ist wichtig, die Kreativität von Jugendlichen zu fördern", sagte Ulrich Raebel, Leiter der Kommunikationsabteilung bei Ethicon. Das Unternehmen ist führender Hersteller für chirurgisches Nahtmaterial und Implantate.
Die jungen Leute legten mächtig los. So schwebte ihnen ein Chip vor, der wie ein Schrittmacher für das Gehirn wirkt. Es soll die Nervenzellen so stimulieren können, dass Auffassungsgabe und Gedächtnisleistung sich bis zum Lebensende nicht verringern - der berufserfahrene 60- oder 70-Jährige mit der der Leistungsfähigkeit eines 20-Jährigen wäre damit keine Utopie mehr. Mit Hilfe der Endoskopie durch die Nase eingeführt, würde der Chip frei im Gehirn "schwimmen", ohne die biologische Grundlage zu verändern. Befürchtet wurde, dass der angenommene Preis von 16000 Euro zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führen könnte, wenn nicht Arbeitgeber und Krankenkassen die Finanzierung übernehmen würden.
Der Regenerationshelm soll Menschen vor Überbeanspruchung bewahren und ihnen die Möglichkeit einer optimalen Erholung am Arbeitsplatz bieten. Mit dem Gerät wären visuelle Ruhepausen am Meer oder in den Bergen - mit der dazugehörigen Frischluft - möglich. Durch die Ausschüttung von Glückshormonen soll außerdem die Motivation und damit die Leistung der Mitarbeiter gesteigert werden. Kritisch wurde angemerkt, dass die Glückshormone auch eine Abhängigkeit schaffen könnten, die die Arbeitsleistung eher verringern als steigern würde.
Mit der vielseitigen Armbanduhr schließlich kann man telefonieren und seinen Gesprächspartner sehen, Fotos machen und Filme drehen sowie im Internet surfen. Über den genetischen Fingerabdruck lässt sie sich nur vom berechtigten Träger einschalten.
Alle Beteiligten äußerten sich zufrieden über die Projektwoche. Die jungen Leute freuten sich, dass sie losgelöst von den Zwängen der Wirklichkeit ihren Ideen freien Lauf lassen konnten und dabei mit Unterstützung der Mitarbeiter der Firma Ethicon wetvolle Einblicke in die Arbeitswelt gewannen. Sie versicherten, viel mitbekommen zu haben. "Ich habe gelernt, mich und Themen zu präsentieren", erklärte zum Beispiel Ramon Enders, ein 24-jähriger Arbeitssuchender, der sich auf jeden Fall bei Ethicon bewerben möchte. Seine Chancen dürften gar nicht so schlecht sein. Der Betrieb bildet zur Zeit 75 junge Leute in unterschiedlichen Berufen aus.
Die Geschäftsleitung von Ethicon war von dem Ideenreichtum der Projektgruppe und ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber realen Arbeitsabläufen angetan. Das eine oder andere Produkt könnte durchaus entwickelt werden, meinte Ulrich Raebel. Einige Ideen der Projektgruppe seien gar nicht so utopisch, wie sie auf den ersten Blick erschienen, erklärte er.
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Segeberger Zeitung vom 18.08.2005
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