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Charity Network
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Norderstedter Zeitung
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Talent-Watch und Anti-Alzheimer-Chip
Projekt: Norderstedts Jugend denkt Zukunft. Lessing-Schüler und junge Arbeitssuchende waren eine Woche zu Gast bei der Norderstedter Firma Ethicon.
Norderstedt - Helm auf, Visier runter, und schon rauscht die Nordsee in den Ohren, strömt gesunde Meeresluft in die Nase. Wer den "Recre 2020" trägt, muß sich nicht mehr in Bahn oder Auto setzen, um sich am Strand von St. Peter-Ording oder Büsum zu entspannen. Er kann durch die virtuelle Reise hinter dem multimedialen Sichtschild direkt am Arbeitsplatz neue Kraft schöpfen und die Müdigkeit besiegen. Das Pausenziel ist frei wählbar, auch ein Kurztrip in die Karibik ist möglich.
Diese Vision haben Schüler und Arbeitslose entwickelt. Der Leistungskurs Wirtschaft-Politik des Lessing-Gymnasiums und Arbeitssuchende, die im Projekt "Charitiy Network" gemeinsam Computer aufrüsten und zum Selbstkostenpreis an soziale Einrichtungen abgeben, waren für eine Woche zu Gast bei Ethicon in Norderstedt. Im bundesweiten Projekt "Jugend denkt Zukunft" haben 13 Schüler der 12. Klasse und sechs Arbeitssuchende Ideen für die Arbeitswelt von morgen entwickelt. Unterstützt wurden sie von Mitarbeitern des Norderstedter Unternehmens. Ziel der Initiative ist es, "zu einer Kultur der Innovationen in Deutschland beizutragen und das Land als Innovationsstandort zu stärken".
Die Jugendlichen haben die fiktive Firma "GOM - Global over mind" gegründet. Die drei Töchter der zukunftsorientierten Unternehmensberatung stellten ihre Produkte auf einer Zukunftsmesse vor. Ausgangspunkt aller Überlegungen war der demographische Wandel: Die Arbeitnehmer der Zukunft sind älter, sie müssen länger arbeiten und haben weniger Zeit, um sich zu erholen. Und das Alter macht Probleme: Die Senioren vergessen mehr, sind nicht mehr so belastbar. Zu diesem Ergebnis kamen zumindest die Schüler. Da braucht es Technik, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten oder zu steigern. Der Regenerationshelm erlaubt nicht nur die virtuelle Reise-Pause. Er macht auch noch glücklich: "Durch Impulse auf die Kopfhaut werden Glückshormone ausgeschüttet", sagt Schüler Simon Winter (18). Musik nach Wahl, natürlich im satten Dolby-Digital-Klang, soll die Entspannung erhöhen.
Den Anti-Alzheimer-Chip präsentierte die zweite Tochterfirma "Brain Tecs". Durch die Nase wird das künstliche Gedächtnis ins Hirn implantiert "heutzutage kein großer Eingriff", wie Patrick Reichert (18) befand. Der Mikrochip schwimmt in der Hirnflüssigkeit, er ist rein biologisch und kann keinen Schaden anrichten. Reparaturen werden extern am PC ausgeführt, "wireless" wie auch das "upgrade". 16 000 bis 17 000 Euro soll die High-Tech-Erinnerung kosten - Geld, das der Arbeitnehmer ausgeben soll. "Schließlich ist das eine Investition in die eigene Zukunft", sagte Martin Wegner (18). Hier griff Ethicon-Geschäftsführer Anton J. Schmidt ein: "Wenn dieser Chip Alzheimer entgegenwirkt, müßten die Krankenkassen an den Kosten beteiligt werden." Es sei durchaus denkbar, daß auch die Firmen mitzahlen, denn: Der Chip sei ideal, um zwei wichtige Komponenten im Arbeitsleben zusammenzubringen: die Leistungsfähigkeit und die Erfahrung älterer Menschen, auf die Unternehmen nicht verzichten könnten.
Dritte Erfindung der Zukunftswerkstatt war die "Talent-Watch" - eine Armbanduhr, die alles kann. "Das Handy wird überflüssig. Man kann mit der Uhr telefonieren und sieht auch gleich noch das Porträt des Teilnehmers im Bild", sagte Janne Werner (18). Mit dem handlichen Multitalent könnten Fotos gemacht und Filme gedreht werden. Die Uhr verfügt über GPS und hat Zugang zum Internet. Ein Mißbrauch werde durch den genetischen Fingerabdruck verhindert. Über die Erbanlagen werde die Uhr nur einem Träger zugewiesen.
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Norderstedter Zeitung vom 13.08.2005
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