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Charity Network
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Sonntags Anzeiger
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Raus aus der Arbeitslosigkeit
Norderstedt (ps). Sie sind Klempner, Trockenbauer oder Bürokaufleute. Nur eines eint sie: Sie haben keinen Job und eine längere Arbeitslosigkeit hinter sich. Jetzt bauen Sie sich eine Zukunft auf, denn "von der Arbeitslosigkeit haben wir die Schnauze voll". Unter dem Namen "Charity Network" haben Schülerinnen und Schüler des Lessing-Gymnasiums eine "Firma" gegründet, die ausrangierte Computer aufrüstet und an gemeinnützige Organisationen verkauft. Neur ein Problem hatten Sie: Raumnot. Oberbürgermeister Grote half kürzlich mit einem Container und die an dem Projekt teilnehmenden Arbeitssuchenden sind nun mit viel Elan dabei den Container auszubauen. "Für unsere Zukunft", sagen sie und spucken in die Hände.
Während die Schüler unter der südlichen Sonne ihre Ferien verbringen. arbeiten die Arbeitssuchenden für einen Euro pro Stunde am Projekt. Nachdem nur wenige Tage nach einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister die Container aufgebaut wurden - der Sonntags Anzeiger berichtete ausführlich - werden jetzt die Anschlüsse gelegt.
"Wir legen die Leitungen für wilhelm.tel, für Wasser, Abwasser und Strom in den Container", berichtet Wilfried-Hassan Siebert. Das Ziel: Bis zum Ende der Ferien sollen die Räumlichkeiten fertig sein, der gesamte Innenausbau erledigt. "Dann wollen wir uns wieder unserer eigentlichen Aufgabe widmen und Computer aufrüsten und verkaufen", so Siebert. Im Hintergrund wartet schon ein großer Auftrag, afrikanische Schulen mit Rechnern auszustatten.
Während nun die einen arbeiten, sind die anderen in den Ferien; auch Walter Zilinsky. Der Lehrer hat das Projekt angeschoben und fehlt jetzt. Denn den Arbeitssuchenden fehlt Geld für Materialien. "Wir haben Maler, aber keine Farbe", bringt Siebert das Problem auf den Punkt.
Das kleine von Schülern gegründete Unternehmen, das langsam wächst und vor allem auch den Arbeitssuchenden eine nue Perspektive bietet, wurde in den vergangenen Wochen schon stark unterstützt: Ob die Stadt oder die Stadtwerke, große Bauunternehmen aus Norderstedt oder Henstedt-Ulzburg oder kleine Handwerksfirmen, jeder ist von der Initiative beeindruckt wie auch der Oberbürgermeister: "Ich wäre nicht hier, wenn ich von Ihrem Projekt nicht überzeugt wäre", erklärte er kürzlich bei einem Besuch.
Willkommen wären jedoch nicht nur Geld- sondern auch Sachspenden für den gesamten Innenausbau. Eine kleine Küche wird ebenso benötigt wie Fliesen oder Büromöbel, Farbe oder ein Fußboden. "Die Arbeit machen wir gern, nur uns fehlen jetzt die Materialien", so Siebert, der lediglich noch Arbeit bis kommenden Mittwoch hat und nichts mehr als einen Baustopp fürchtet: "Wir wollen fertig sein, um nach den Ferien mit dem großen Auftrag beginnen zu können."
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Sonntags Anzeiger vom 10.07.2005
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