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Norderstedter Zeitung
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Sie machen ausrangierte Computer wieder flott Norderstedt - "Wir schaffen uns unsere Arbeitsplätze selbst", sagen Andreas Sinclair (40), Patrick Freitag (26), Wilfried Hassan Siebert (48) und Werner Bothner (47) ganz selbstbewußt. Die Ein-Euro-Jobber arbeiten in einem Projekt, das europaweit einmalig ist: Zusammen mit Schülern des Lessing-Gymnasiums rüsten sie ausrangierte Computer auf und geben sie zum Selbstkostenpreis an gemeinnützige Vereine ab. Die Arbeitslosen hoffen, daß aus dem Projekt eine Beschäftigungsgesellschaft wird, in der sie wieder Arbeit finden.
Daß sie zupacken können, haben die vier bewiesen: Sie haben einen ehemaligen Wohncontainer so weit zerlegt, daß er mit einem Kran und Lkw vom Bauhof der Stadt an der Friedrich-Ebert-Straße zum Norderstedter Gymnasium an der Moorbekstraße transportiert werden konnte.
"Wir brauchten ein Lager und einen größeren Arbeitsraum", sagt Lehrer Walter Zielinski, der das Projekt betreut. Die Schüler aus dem 12. Jahrgang gehören zum Kursus Wirtschaft und Politik. Eigentlich sind nur zwei Stunden pro Woche für die Zusammenarbeit vorgesehen, doch die Schüler investieren auch Freizeit. "Man bekommt einen ganz anderen Blick auf die Gesellschaft, weil wir mit Menschen aus einer anderen sozialen Schicht zu tun haben", sagt Anika Münnich (19). Martin Wegner (18) ergänzt: "Wir lernen Wirtschaft nicht nur theoretisch. Wir müssen beispielsweise kalkulieren, für wieviel Geld wir die Computer abgeben." Auch die Empfänger sind zufrieden, können sie nun für wenig Geld moderne Kommunikation und Information nutzen. Zu den Adressaten zählen die Albert-Schweitzer-Kirche, die Freiwillige Feuerwehr Norderstedt, der Verein Norderstedter Ost-West-Integration, die Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose, das Frauenhaus Norderstedt und die Friedhofsverwaltung Tangstedt. Die PCs bekommen die Schüler von großen Firmen, auch Software-Gigant Microsoft unterstützt die Kooperation.
"Die Arbeit ist zusätzlich und gemeinnützig. Deswegen sind wir mit im Boot", sagt Doris Baum (43), Geschäftsführerin des Leistungszentrums Segeberg. Die Stadt hat einen Engpaß beseitigt und den Container gespendet. "Wir freuen uns, daß Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote so schnell und unbürokratisch geholfen hat", sagt Zielinski.
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Norderstedter Zeitung vom 28.06.2005
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