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Charity Network
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Initiative D21 Jahresband 2006
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Computerrecycling als Charity-Network
Charity-Network am Norderstedter Lessing-Gymnasium in Schleswig-Holstein. Schüler und Ein-Euro-Jobber möbeln ausgemusterte PCs wieder auf, um sie gegen eine Schutzgebühr an gemeinnützige Einrichtungen zu verkaufen oder zu verschenken. Lieferant der Alt-Hardware ist Dataport, IT-Dienstleister für die öffentliche Hand in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und die Steuerverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern.
Erfinder von Charity-Networks ist Studiendirektor Walter Zielinski. Mit seinen Schülern hat er einen Leistungskurs Wirtschaft/Politik ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, junge Menschen im 12. und 13. Jahrgang mit der Computertechnik vertraut zu machen. Das Projekt findet eine sehr gute Akzeptanz, allerdings liegt die Quote weiblicher Teilnehmer – wie auch sonst bei IT – bei nur zehn Prozent.
Schüler kooperieren mit Ein-Euro-Jobbern
Von Anfang an wurden auch arbeitslose Ein-Euro-Jobber einbezogen, sodass die Schüler bereits mit der real existierenden Berufswelt in Berührung kommen. Und umgekehrt bleiben auch die Arbeitslosen durch das Zusammensein mit den Schülern länger jung und flexibel – ein nicht zu unterschätzender psychologischer Aspekt.
Mit diesem Projekt ist das Lessing-Gymnasium die erste Schule in der Bundesrepublik – vielleicht sogar in Europa, die einen derartigen, kooperativen Ansatz praktiziert.
Konkret werden ausrangierte PCs, Monitore, etc., die sonst verschrottet würden, wieder aufgearbeitet. Natürlich akzeptieren die Schüler nicht jede Hardware. Da nicht jeder „Schrott“ aufgearbeitet und integriert werden kann, hat man eine Liste mit Mindest-Spezifikationen formuliert, die auf Wunsch zugeschickt wird (PIII, möglichst PIV, PCs ab 900MHz, Monitore ab 17 Zoll, Platten ab 40GB; Anfrage bei: www.charity-network.de).
Die Geräte dürfen nicht älter als vier bis fünf Jahre sein. Sie werden dann neu konfiguriert und größtenteils zusätzlich mit neuen CD-Rom- und Diskettenlaufwerken versehen. In den meisten Fällen muss das Betriebssystem neu aufgespielt werden. Hierfür konnte die Schule einen günstigen Vertrag mit Microsoft abschließen, der dieses ermöglicht. Am Ende werden die Geräte dann getestet und auf Funktionstüchtigkeit überprüft.
Wesentlicher Lieferant der Geräte ist das Unternehmen Dataport, welches als IT-Dienstleister mit den Verwaltungen der öffentlichen Hand in Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern betreut. Im Rahmen des PC-Geschäftes mit den Verwaltungen werde zwangsläufig auch viele Alt-PCs zurückgegeben, die letztlich verschrottet werden müssten.
Das Löschen der Speicher ist nicht trivial
Bevor diese an das Charity-Network weitergegeben werden können, sollten freilich alle Daten gelöscht sein – man stelle sich vor: Ein findiger Journalist ortet „zufällig“ vertrauliche Statistiken, polizeiliche Erkenntnisdaten oder Steuererklärungen von hierzulande wichtigen Persönlichkeiten – nicht auszudenken!
Um jedoch wirkungsvoll – heute würde man sagen: nachhaltig – zu löschen, genügt es nicht, nur auf „delete“ zu drücken, womit man ja eigentlich nur die Adresse eliminieren würde. Tatsächlich müssen alle Medien physikalisch neu beschrieben werden. Erst dann hat man die Gewähr, dass die alten Daten wirklich weg sind. Da es bei diesem Vorgang auf Kompetenz und Zuverlässigkeit besonders ankommt, dürfen bei Dataport nur speziell zertifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen aufwändigen und keineswegs trivialen Vorgang durchführen. Die von den jungen Menschen überarbeiteten Computer werden dann an gemeinnützige Organisationen zum Selbstkostenpreis abgegeben.
100 PCs nach Danzig
Ein besonderes Projekt hat der örtliche Lions Club durchgeführt: Er hat den Schülern über 100 PCs und Monitore „abgekauft“ und der Danziger Philologischen Fakultät geschenkt. Clubmitglieder haben einen großen LKW gemietet und die Geräte selbst nach Polen gebracht, wo sie am 9. September während einer feierlichen Veranstaltung in der Universität Danzig dem Rektor übergeben worden sind.
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Initiative D21 Jahresband 2006 vom 13.11.2006
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